Die Kraftfahrzeugsteuer für Wohnmobile:

Wohnmobilfahrer müssen sich umstellen: Ab sofort (genau genommen sogar rückwirkend) wird die Steuer für alle Wohnmobile unter wie auch über 2800 kg  zulässigem Gesamtgewicht nach Gewicht sowie neu eingeführten  “S“-Schadstoffklassen festgesetzt. Und nicht nur das: Der Begriff „Wohnmobil“ wurde nun steuerrechtlich enger gefasst. Die neue Berechnung erfolgt nach Schadstoffklasse und Gewicht.

Schritt 1:    
Die Steuer-Berechnung erfolgt ähnlich wie beim Pkw. Zunächst muss man den Fahrzeugpapieren die „Emissions-Schlüsselnummer“ (Schadstoff-Schlüsselnummer) entnehmen:    <Fahrzeugschein alt>
      <Fahrzeugschein neu>

Die Emissions-Schlüsselnummer steht in der seit 1.Oktober 2005 ausgegebenen Zulassungsbe­scheinigung Teil 1 im „Feld 14.1“ (links, in der Mitte des Dokuments); im „alten“ Fahrzeugschein un­ter „Schlüsselnummer – zu 1“ (oben auf dem Dokument). 

Schritt 2: 

Mit der gefundenen Schlüsselnummer kann an Hand dieser Tabelle die dazu gehörende Schadstoffklasse ermittelt werden (auf die 2800-kg-Grenze achten!):   

Schadstoffklasse Emissions-Schlüsselnummern
  Wohnmobile bis 2800 kg zul. GG Wohnmobile über 2800 kg zul. GG
Sonstige 00…10, 15, 17, 88, 98  00, 01, 02, 88, 98
S1 11…14, 16, 18…24, 28, 29, 34, 40, 77  10…12, 30…32, 40…43, 50…53
S2 25…27, 35, 41, 49, 50…52, 71 20…22, 33, 44, 54, 60, 61
S3 30, 31, 36, 37, 42, 44…48, 67…70, 72 34, 45, 55, 70, 71
S4 32, 33, 38, 39, 43, 53…66, 73 35, 80, 81
S5 74 83, 84
EEV 75 90, 91
 Die Zuordnung der Schlüsselnummern in dieser Form hat vorläufigen Charakter, deutliche Änderungen sind aber nicht zu erwarten. 

Schritt 3:

Über die Schadstoffklassen ergeben sich die Steuersätze. Sie betragen je angefangene 200 kg Gesamtgewicht für Wohnmobile, die   

a) mindestens der Schadstoffklasse S 4 entsprechen, von dem Gesamtgewicht bis zu 2.000 kg 16 Euro, über 2.000 kg 10 Euro  

b) der Schadstoffklasse S 3, S 2 entsprechen, von dem Gesamtgewicht bis zu 2.000 kg 24 Euro, über 2.000 kg 10 Euro  

c) die Voraussetzungen nach Buchstabe a oder b nicht erfüllen, von dem Gesamtgewicht bis zu 2.000 kg 40 Euro, über 2.000 kg bis zu 5.000 kg 10 EURO, über 5.000 kg bis zu 12.000 kg 15 EURO und über 12.000 kg 25 Euro

Schritt 4:  

So wird gerechnet: 

Beispiel: Wohnmobil mit 2700 kg zul. Gesamtgewicht, soweit a) oder b) nicht zutrifft: 

  • Es zählt zunächst (und immer) der „Sockelbetrag“ für bis 2000 kg zul. GG.:  Je „angefangene“ 200 kg zu 40 Euro ergeben bei 2000 kg 400 Euro
  • Bleiben 700 kg bis zum Gesamtgewicht unseres Beispiels-Fahrzeugs: 4x „angefangene“ 200 kg zu 10 Euro ergeben 40 Euro.                

Somit wären hier pro Jahr 440 Euro fällig. 

Die neue Steuertabelle:

Sie müssen nicht selbst „Sockelbetrag“ und Restgewicht errechnen: Wir haben hier für Sie die neuen Steuersätze, zugeordnet nach Gewicht und Schadstoffklasse, zusammengestellt.

  Schadstoffklassen 
Zulässiges Gesamtgewicht       
S 4  S 2 – S 3  andere 
1,8 t  144,00  216,00  360,00 
2,0 t  160,00  240,00  400,00 
2,2 t  170,00  250,00  410,00 
2,4 t  180,00  260,00  420,00 
2,6 t  190,00  270,00  430,00 
2,8 t  200,00  280,00  440,00 
3,0 t  210,00  290,00  450,00 
3,2 t  220,00  300,00  460,00 
3,4 t  230,00  310,00  470,00 
3,6 t  240,00  320,00  480,00 
3,8 t  250,00  330,00  490,00 
4,0 t  260,00  340,00  500,00 
4,2 t  270,00  350,00  510,00 
4,4 t  280,00  360,00  520,00 
4,6 t  290,00  370,00  530,00 
4,8 t  300,00  380,00  540,00 
5,0 t  310,00  390,00  550,00 
5,2 t  320,00  400,00  565,00 
5,4 t  330,00  410,00  580,00 
5,6 t  340,00  420,00  595,00 
5,8 t  350,00  430,00  610,00 
6,0 t  360,00  440,00  625,00 
6,2 t  370,00  450,00  640,00 
6,4 t  380,00  460,00  655,00 
6,6 t  390,00  470,00  670,00 
6,8 t  400,00  480,00  685,00 
7,0 t  410,00  490,00  700,00 
7,2 t  420,00  500,00  715,00 
7,4 t  430,00  510,00  730,00 
7,6 t  440,00  520,00  745,00 


Aufgelastete Fahrzeuge:

Bei Wohnmobilen, die ursprünglich ein zulässiges Gesamtgewicht bis 2.800 kg hatten und nach­träglich über 2.800 kg aufgelastet wurden, besteht die Möglichkeit, dass die Emissions-Schlüs­selnummer nicht geändert wurde und in den Fahrzeugpapieren weiterhin die Emissions-Schlüs­selnummer für Wohn­mobile bis 2.800 kg zGG eingetragen ist.   

Dies ist in den Zulassungsdokumenten an den vor der Emissions-Schlüsselnummer angegebenen speziellen Kennziffern ersichtlich. 

Zulassungsbescheinigung Teil 1: In der bereits erwähnten Spalte 14.1 (siehe Grafik) stehen die ersten beiden Ziffern „04“ für Wohnmobile bis 2.800 kg zGG; die Ziffern „06“ für über 2.800 kg zGG.   

Alter Fahrzeugschein: Unter „Schlüsselnummer zu 1“ stehen die Ziffern „1605“ für Wohnmobile bis 2.800 kg und „2105“ für Wohnmobile über 2.800 kg zGG.

Das gilt nun als Wohnmobil:

Als Wohnmobile gelten Fahrzeuge der Klasse „M“, worunter auch Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung fallen, die so konstruiert sind, dass sie die Unterbringung von Personen erlauben und mindestens wie folgt ausgerüstet sind:

  • Tisch und Sitzgelegenheiten
  • Schlafgelegenheiten, die u. U. tagsüber als Sitze dienen können
  • Kochgelegenheit 
  • Einrichtungen zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Gegenständen. Diese Ausrüstungsgegenstände sind im Wohnbereich fest anzubringen, mit Ausnahme des Tischs, der leicht entfernbar sein kann.
  • Wohnteil mit einer Steh­höhe von min­destens 170 Zentimetern sowohl an der Kochgelegenheit als auch an der Spüle.  
Start des neuen Steuerschemas:
Für den Zeitraum 1.5.2005 bis 31.12.2005 gelten für Wohnmobile noch die bishe­rigen Systeme: unter 2.800 kg zul. GG Besteuerung wie Pkw nach Schadstoffklassen, über 2.800 kg zul. GG nach Gewicht.
Steuerbescheide werden 1x jährlich verschickt, entsprechend dem Datum der Zulassung auf den derzeitigen Fahrzeughalter. Alle Bescheide, die voraussichtlich ab März 2007  verschickt   werden, dürften das neue Steuerschema zu Grunde legen. Im Steuerbescheid wird dann nicht nur die „neue“ Steuer für die kommenden 12 Monate eingefordert, es erfolgt dann auch eine Korrektur für die zurückliegende Zeit bis 1.1.2006! Im Einzelfall kann diese auch eine erhebliche Nachzahlung zur Folge haben! 
Quelle: ADAC.de